Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau

"Mit Gott gehen" - Ökumenischer Gottesdienst

Aus Anlass der Gebetswoche für die Einheit der Christen findet Donnerstag, 31. Januar um 18:00 Uhr in der Pfarrkirche wieder ein ökumenischer Gottesdienst mit Pfr. Johann Baier und Pfr. Tobias Müller statt. Unter dem Motto "Mit Gott gehen" steht dieses Jahr insbesondere die unterste Bevölkerungsgruppe im indischen Kastensystem im Blickpunkt: die "Dalits". 

Die Kollekte in diesem Gottesdienst ist deshalb für ein Selbsthilfeprojekt für Frauen dieser Gruppe bestimmt. Nach dem Gottesdienst lädt der Pfarrgemeinderat bei Tee und kleinen Happen zu einer Begegnung auf dem Kirchplatz ein.

Auf den Spuren früher Christen gewandelt

Josef Forster berichtete beim Ökumenischen Bibelkreis von einer Reise in die Türkei

Im Mai unternahmen Ulrike und Josef Forster eine Reise in die Türkei. Der Sprecher des Pfarrgemeinderates hielt darüber einen Lichtbildervortrag mit dem Thema „Auf den Spuren des Apostel Paulus und der frühen Christen in Kappadokien“. Die eindrucksvollen Aufnahmen gaben dabei auch die einzigartigen Landschaften wieder.
Im Pfarrsaal hatten sich rund 15 Personen eingefunden. Forster verwies darauf, das Thema genau zu betrachten und zu berücksichtigen, dass Paulus vermutlich nie in Kappadokien war. Diese Gegend, fast im Zentrum, habe man unter dem Gesichtspunkt besucht, Heimatorte der frühen Christen aufzusuchen. Der Apostel habe jedoch in Perge und Konya (früher Ikonium), welche südlicher liegen, gewirkt.
Die Anreise des Ehepaars Forster erfolgte mit dem Flugzeug über Antalya. Perge liegt etwa 15 Kilometer davon entfernt und Paulus konnte diesen Ort über einen schiffbaren Fluss mit einem Boot erreichen. Paulus war über Antiochia dorthin gereist. Die Agora, den Markt- und Versammlungsplatz, der von den Griechen gegründeten großen Stadt, hat der Apostel wohl gesehen. Forster zeigte zahlreiche Fotos von den Ausgrabungen, welche eindrucksvolle Gebäudereste zum Vorschein brachten.
Weiter ging die Fahrt über 1 300 Meter hohe Pässe des Taurus-Gebirges zur Hochlandebene, die immerhin noch 1 000 Meter hoch liegt. Das Wasser sammelt sich hier in Seen, weil die Gegend keinen Abfluss hat. Konya hat heutzutage über eine halbe Million Einwohner. Dort herrscht ein ausgeprägtes kontinentales Klima. Das Ehepaar hat aber die Witterung im Mai als angenehm empfunden. In Konya hat Paulus eine christliche Gemeinde gegründet. In diesem Ort soll sich der Legende nach auch die Begegnung von Paulus mit der vornehmen Thekla zugetragen haben, was zum Verstoß der jungen Frau durch ihre Familie und den Bräutigam geführt haben soll.
In Konya gibt es auch ein Kloster und ein Museum, das auf den islamischen Weisen Mevlana zurückgeht. Dieser habe ähnliche Auffassungen vertreten, wie sie in der Bergpredigt vorkommen. In Konya, wo sich das Grab von Mevlana befindet, wurde auch der Orden der tanzenden Derwische gegründet. Auch von diesen waren Fotos zu sehen. Heutzutage ist die Stadt ein Zentrum des konservativen Islams.
Pfarrer i. R. Johannes Braun wies auf Grabsteine hin, deren Form die Gestalt von Derwischen haben. Pfarrer i. R. Lorenz Schnitt führte aus, dass bis zum Bevölkerungsaustausch mit Griechenland im Jahre 1923 ein relativ hoher Anteil von Christen in der Türkei gelebt hat.
In der Landschaft gibt es kaum Bäume, weil diese vor langer Zeit abgeholzt wurden. Das häufig anzutreffende Tuffgestein geht auf Vulkanausbrüche zurück. Die unterschiedliche Härte der Gesteinsschichten führt in Jahrmillionen zu mehr oder weniger starken Verwitterungen, was die Ursache von bizarren Felsformationen ist, welche den großen Reiz der Landschaft ausmachen. Wechselndes Licht lässt die hoch aufragenden Steine in kurzer Zeit ganz anders ausschauen. Manche Felsen haben sogar einen Namen, wie zum Beispiel Schildkröte. Kappadokien ist ein altes Kulturland. Seit vielen Jahrhunderten werden Höhlen für Wohnungen und Lagerräume genutzt.
Es gibt unterirdische Städte, deren viele Stockwerke erheblich in die Tiefe führen. Ein ausgeklügeltes Belüftungssystem sorgt jedoch für gute Luft. Diese Bauten boten Schutz vor Angreifern. Zugänge konnten in der Tiefe versperrt werden. Über Schächte versorgte man sich mit Wasser. Heutzutage gibt es Felswohnungen, welche zu Luxusappartments umgebaut werden.
In einem Tal mit rötlichen Felsen wachsen Ölweiden, deren Früchte im September geerntet werden können. In manchen Gegenden werden in von Tuffstein umgebenen Räumen Obst und Gemüse gelagert. Viele Sehenswürdigkeiten befinden sich in verhältnismäßig geringerer Entfernung und können zum Teil erwandert werden. Es gibt christliche Kirchen mit farbenprächtigen Gemälden. Der Stil war allerdings zunächst einfach und wurde in byzantinischer Zeit kompliziert. Es hat allerdings damals auch einen Bildersturm gegeben. Die Ausführungen Forsters zum Apostel Paulus, die Schilderung der Landschaften und der Verhältnisse in der Türkei beeindruckten die Zuhörer sehr.
Möglicherweise hat der Apostel Paulus in Perge auf diesem Marktplatz gepredigt. - Heutzutage werden viele Felsenwohnungen wieder genutzt und aufwändig ausgestattet.



Josef Forster berichtete von seiner Reise in die Türkei. Foto: Soller

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