Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau

Donau Post | Donau-Post | 30.04.2015

Franz Sagmeister neuer Kolping-Vorsitzender

Josef Schütz nach sechs „kommissarischen“ Jahren abgelöst – Erstmals Frau als Vize

„Bewährtes fortsetzen, ein bisschen Neues probieren“ – das plant der neue Vorsitzende Franz Sagmeister (2.  von rechts). Mit Traudl Eigenstetter ist erstmals eine Frau in die engere Vorstandschaft gewählt worden. Der neue Bezirkspräses Diakon Thomas Steffel freute sich über die gelungene Wahl. (Foto: Nopper)

Wörth. Die Kolpingsfamilie hat ihren Generationswechsel vollzogen: Am Dienstagabend wählte man Franz Sagmeister zum neuen Vorsitzenden, nachdem Josef Schütz zwei Amtszeiten „ausgeholfen“ hatte. In den kommenden drei Jahren wird mit Traudl Eigenstetter erstmals eine Frau als Stellvertreterin im Vorstand sitzen, auf ausdrücklichen Wunsch Sagmeisters. Franz Hebauer wurde als männlicher Stellvertreter gewählt.

Pfarrer Johann Baier dankte nach der Wahl sowohl Sagmeister als auch Schütz für deren Engagement. Schütz sei es zu verdanken, dass es Kolping in Wörth überhaupt noch gebe. Sagmeister wiederum verdiene die geduldige Unterstützung der Kolpingsfamilie bei seinen Bemühungen, frischen Wind in den Verein zu bringen. Um neuen Nachwuchs zu gewinnen, regte der geistliche Ortspräses gleich an, einen Übergang von der Landjugend zur Kolpingsfamilie zu schaffen; „irgendwann ist man schließlich zu alt für die Landjugend.“ Beide Vereine stehen rechtlich gesehen unter dem Dach der Kirche.

„Beruflich nicht mehr so eingespannt“

Franz Sagmeister gehört der Vorstandschaft schon längere Zeit an; zuletzt fungierte er als Kassenprüfer. Die letzten 18 Jahre arbeitete er als Personalchef bei der Post in Straubing, bis er vergangenes Jahr in Altersteilzeit ging. Damit sei er „beruflich nicht mehr so eingespannt“ und könne sich nun dem Verein widmen. Er bat sich vor der Wahl aus, je einen weiblichen und einen männlichen Stellvertreter zu haben und kündigte auch sonst „ein bisschen Neues“ an, ohne jedoch konkret zu werden. Bewährtes werde er fortführen.

Bezirkspräses Thomas Steffel stellte sich vor

Der Versammlung im Gasthof Butz wohnte auch der neue Bezirkspräses Diakon Thomas Steffel bei. Dieser hatte im abgelaufenen Jahr Siegfried Schweiger „beerbt“ und stellte bei der Gelegenheit sich und seine Arbeitsschwerpunkte vor. Vor allem bei der Aufnahme von Flüchtlingen, sogenannten „unbegleiteten Minderjährigen“, könne Kolping helfen.

Sowohl die vorhandenen Unterkünfte als auch das pädagogisch begleitete Freizeitprogramm seien bestens geeignet, konkrete Not zu lindern, aber auch der einheimischen Jugend zu helfen, Gastfreundschaft zu üben und Berührungsängste abzubauen. Die hier gesammelten Erfahrungen wolle man mit der Gesellschaft teilen – insbesondere, welche rechtliche Hindernisse für Integration der Gesetzgeber abbauen solle.

Theatergruppe ist ein Aktivposten

Als aktivste Gruppierung innerhalb der Wörther Kolpingsfamilie erwies sich abermals die Theatergruppe, deren Jahresbericht ein halbes Dutzend Inszenierungen und etliche Auftritte bei örtlichen und auswärtigen Kulturveranstaltungen umfasste. Teils seien bis zu 30 Mitglieder auf und hinter der Bühne tätig gewesen. Praktisch alle Aufführungen waren ausverkauft; allein für das Weihnachtstheater im Schifferl-Saal seien über 800 Karten verkauft worden. Eine neue Beleuchtung für das vereinseigene Theater habe man so „zu 100 Prozent aus Eintrittsgeldern bezahlt“, berichtete Johann Eigenstetter. Eben seien die Proben für ein neues Stück angelaufen, das im Juni zum zehnjährigen Jubiläum von „Kultur in Wörth“ aufgeführt werden soll. Daneben feiert man heuer selbst das 40-jährige Bestehen der Gruppe.

„Danke, dass ihr mich ausgehalten habt“

„Dies ist meine letzter Bericht, so glaube ich“, hatte Josef Schütz seinen Rechenschaftsbericht begonnen. Auf die jährliche Altpapiersammlung, die Nikolausaktion und den Fatimarosenkranz ging er nur kurz ein; die Aktionen seien wichtige Einnahmequellen für den Verein und jedem Helfer und Teilnehmer sprach er seinen Dank dafür aus. Vor allem aber zeigte er sich erleichtert, dass der Verein endlich die „Zeit der Inzucht“ hinter sich lassen könne, in der sich immer dieselben Leute in der Vorstandschaft abgewechselt hätten. Insbesondere Kassier Josef Baumgartner und Schriftführer Walter Seppenhauser hätten dabei stets tadellose Arbeit geleistet. „Ohne euch wäre es nicht gegangen. Danke, dass ihr mich ausgehalten habt.“ Zu Beginn der Veranstaltung war für die verstorbenen Mitglieder Josef Hebauer und Johann Fellinghauer gebetet worden. Schriftführer Seppenhauser berichtete, dass trotz der Todesfälle die Mitgliederzahl gleichbleibend 135 betrage. Kassier Baumgartner meldete einen „zufriedenstellend hohen“ Kassenbestand, der vielfältige Möglichkeiten biete. (Siehe gesonderter Bericht)

Die neue Vorstandschaft

Vorsitzender: Franz Sagmeister; Stellvertreter: Traudl Eigenstetter und Franz Hebauer; Schriftführer: Walter Seppenhauser; Kassier: Josef Baumgartner; Beisitzer: Bärbel Stadler, Anna Schötz, Gerhard Hebauer, Fanny Raith, Julia Rösch, Andreas Hammerschmidt und Monika Rothemund; Kassenprüfer: Karl Seppenhauser, Franz Kurz; Bannerträger: Franz Hebauer; stellvertretende Bannerträger: Andreas Hammerschmidt und Lukas Ostermeier.

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