Pfarrei St. Petrus

Wörth a. d. Donau


Die Einheit der Christen wiederherstellen

Gesprächsabend zum Thema „Ökumenische Öffnung“ – Kooperation statt Feindschaft

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Josef Forster, Pfarrer Johann Baier, Pfarrer Tobias Müller, Pfarrer i.R. Johannes Braun, Pfarrer i.R. Lorenz Schnitt und Gemeindereferentin Maria Handwerker (von links). (Foto: Seppenhauser)

Wörth. (hs) Im Rahmen der Wanderausstellung „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil – Hoffnung für Kirche und die Welt heute“ fand am Dienstag im Pfarrheim St. Petrus ein Gesprächsabend zum Thema „Ökumenische Öffnung – Beziehung zu anderen christlichen Konfessionen“ statt. Pfarrgemeinderatssprecher Josef Forster konnte hierzu auch Glaubensbrüder der Evangelisch-Lutherischen Kirche begrüßen.

Die Leitung des Abends übernahm Forster. Rede und Antwort standen Pfarrer Johann Baier, Pfarrer Tobias Müller aus Donaustauf sowie die beiden Ruhestands-Pfarrer Lorenz Schnitt und Johannes Braun. Um das Thema etwas zu vertiefen, stellte Josef Forster einen kleinen Filmbeitrag und Schaubilder für die Besucher in den Raum.

Die Einheit aller Christen wiederherstellen – das war eine der Hauptaufgaben des Ökumenischen Zweiten Vatikanischen Konzils. Papst Johannes XXIII. war es wichtig, dass sich die katholische Kirche an der Ökumenischen Bewegung, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebildet hatte, beteiligt. Die Beziehung der Kirche zu den anderen christlichen Konfessionen war eines seiner Hauptanliegen für das Konzil.

Aufrichtige Dialoge

Daher schuf er am 5. Juni 1960 das „Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen“ als eine der vorbereitenden Konzilskommissionen mit der Hauptaufgabe, auf die anderen Kirchen und christlichen Weltgemeinschaften zuzugehen.

Der Ökumenische Rat der Kirchen wurde als Institution für die offizielle Kontaktaufnahme mit Christen anderer Konfessionen anerkannt. Kooperation statt Feindschaft – das war die Idee. Die katholische Kirche schätzt all das hoch, was zur Erfüllung derselben Aufgabe die anderen christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in Zusammenarbeit beigetragen haben und noch beitragen. Aufrichtige und kluge Dialoge, kirchliche Gemeinschaften, Betonung der Gemeinsamkeiten, Ökumenische Trauungen, Ökumenische Bibelwochen und Ökumenische Wortgottesdienste fördern die Zusammenarbeit. Die Sorge um die Wiederherstellung der Einheit ist Sache der ganzen Kirche, sowohl der Gläubigen als auch der Hirten, und geht jeden an. Josef Forster setzte mit der Frage „Was haben wir gemeinsam?“ eine rege Diskussion in Gang. Die Antworten lauteten: gegenseitige Achtung, Abbau der Feindseligkeiten, gemeinsame Erklärungen, ethische Fragen zur Gesellschaft, Taufe, Toleranz oder gemeinsame Räume. In der spannenden Diskussionsrunde konnte man viele Gemeinsamkeiten feststellen.

Dennoch offenbarten die Fragestellungen und Antworten, dass noch nicht alle Dialoge, mit einigen hohen Hürden belastet, zur Zufriedenheit aller zu Ende geführt worden sind. Mit einem gemeinsamen Lied bekundeten die Besucher ihre Wertschätzung und ihren Willen zur Zusammenarbeit. Gemeindereferentin Maria Handwerker überreichte an die beiden Pfarrer Johann Baier und Tobias Müller ein kleines Präsent und bedankte sich für die aufschlussreichen Worte und die rege Teilnahme an der Diskussionsrunde.


„Die Sakramente im Wandel der Zeit“

Ausstellung 50 Jahre „Zweites Vatikanisches Konzil“ – Pfarrer Franz Matok hielt Referat

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Gemeindereferentin Maria Handwerker überreichte an Pfarrer Franz Matok für seinen verständlichen Vortrag ein Geschenk. (Foto: Seppenhauser)

Wörth. (hs) Zurzeit wird im Pfarrheim in Wörth die Ausstellung „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil – Hoffnung für Kirche und Welt heute“ gezeigt. Nach der Eröffnung am Donnerstag mit der Diplom-Theologin Beate Eichinger von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) (wir berichteten) hielt am Montagabend Pfarrer Franz Matok aus Wiesent einen informativen Vortrag, der sich mit dem Thema „Sakramente im Wandel der Zeit“ beschäftigte.

Pfarrgemeinderatssprecher Josef Forster begrüßte die Gäste und sprach die einleitenden Worte. Die Ausstellung diene dazu, die Aufbruchstimmung in den 60-er Jahren in der heutigen Zeit wiederzugeben, auch in der Hoffnung, dass sich die Bevölkerung vom Reformgeist des Konzils anstecken lasse. Die Gäste konnten sich schon vorab an den verschiedenen Schautafeln einen Überblick über die theologischen Errungenschaften des Konzils informieren. Zudem wurde eifrig das Angebot mit einem „Quiz zur Ausstellung“ angenommen, was beim Abschlussabend am Dienstag, 26. Februar, bei der Verlosung mit fünf Überraschungspreisen belohnt wird. Konzilspäpste waren Johannes XXIII. (1958 bis 1963), der menschenfreundliche Papst, der gerne leidende Menschen besuchte, der die Fenster der Kirche zur Welt öffnete und die positiven Zeichen der Zeit erkannte, und Papst Paul VI. (1963 bis 1978), der viele Reisen unternahm und das Kardinalskollegium erweiterte. Papst Johannes XXIII. leitete mit seiner Eröffnungsrede am 11. Oktober 1962 vor rund 2 500 Bischöfen in der Konzilsaula der Peterskirche den Konzilsbeginn ein – erstmals mit Bischöfen aus den südlichen Kontinenten. Auch die orientalischen Kirchen waren vertreten.

Vier Konzilsherbste

Das Konzil fand jeweils von Oktober bis Dezember in den Jahren 1962 bis 1965 statt. So beschäftigten sich die Bischöfe und Theologen in den vier Konzilsherbsten in aller Offenheit mit den verschiedenen Bereichen kirchlichen Lebens und berieten über ein zukunftsorientiertes Vorgehen in der Kirche. Ziele des Dialogs und der Zusammenarbeit waren unter anderem: Aufbau einer wahrhaft friedlichen Welt, richtiger Aufbau der Welt, der Menschheitsfamilie dienen und alle Menschen aller Nationen, Rassen und Kulturen in einem Geist zu vereinigen.

Pfarrer Franz Matok befasste sich in seinem Vortrag mit den Botschaften zu den Sakramenten. Der Reformgeist des Konzils veränderte auch die Verhaltensweisen der alten und neuen sieben Sakramente, die der Referent in seinem Vortrag aufführte: die Taufe; die Firmung – Vollendung der Taufe; das Bußsakrament-Sündenbekenntnis; die Eucharistiefeier – hier hat sich der größte Wandel vollzogen; die Trauung – mit Zustimmung kann heute eine Trauung von Mann und Frau verschiedener Konfessionen stattfinden; Priesterweihe – das Konzil hat hier den Weg vereinfacht. Das äußere Erscheinungsbild der Pfarrer hat sich verändert, viele kirchliche Berufe sind geschaffen worden. „98 Prozent der Kardinäle sind für die Beibehaltung des Zölibats“, sagte Pfarrer Matok, der noch als letzten Punkt die Krankensalbung nannte, die jedoch nur durch den Priester gespendet werden könne. „Trotz der Öffnung der Kirche ist der Priesternachwuchs weiter zurückgegangen“, stellte der Geistliche weiter fest. Zum Abschluss überreichte Gemeindereferentin Maria Handwerker an Pfarrer Franz Matok für seinen ausführlich und verständlichen Vortrag ein Präsent. „Gespräch mit Zeitzeugen“. Mit diesem Thema werden sich Ernst Beier aus Tegernheim und Pfarrer i.  R. Lorenz Schnitt am morgigen Donnerstag um 19 Uhr im Pfarrheim beschäftigen. Zu diesem dritten Abend anlässlich der Wanderausstellung ist die Bevölkerung wieder eingeladen.

Bericht aus der Donau-Post vom 18. Februar 2013:

Hoffnung für die Kirche und Welt von heute

Ausstellung 50 Jahre „Zweites Vatikanisches Konzil“ eröffnet – Schautafeln informieren

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Die Ausstellungseröffnung wurde musikalisch von Ludwig Eiglmeier und Marion Weickl umrahmt.

Wörth. (kris) Am Donnerstagabend wurde mit einer kleinen Feier die Ausstellung „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil – Hoffnung für Kirche und Welt heute“ eröffnet. Nach den Worten der Referentin, Diplom-Theologin Beate Eichinger von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB), habe es das Ziel, die Menschen zu begeistern, erreicht. Auf 15 verschiedenen Schautafeln bietet die Wanderausstellung einen Überblick über die theologischen Errungenschaften des Konzils, zeigt Früchte und Umsetzungen seither auf und benennt Herausforderungen für heute.

Der Sprecher des Pfarrgemeinderates, Josef Forster, begrüßte die Gäste, die auch aus den umliegenden Orten gekommen waren, und sprach die einleitenden Worte. Dankesworte richtete er an den Wiesenter Pfarrer Franz Matok, der alte Zeitungen aus der Zeit des Konzils gefunden hatte, zum Beispiel den Feuerreiter, und der diese für die Ausstellung zur Verfügung gestellt hat. In der Vitrine liegen aber auch alte Buchschätze von Gerti Raith.

Die Ausstellung gibt die Aufbruchsstimmung in den 60-er Jahren wieder. „Wir sind davon überzeugt, dass beide Erbgüter des Konzils – die verbindlich festgelegten Texte und die tiefe Glaubenszuversicht, in der diese entstanden sind – entscheidend für den Weg in die Zukunft der Kirche sind“, sagte Beate Eichinger. „Diese erwartungsfrohe, offene Haltung ermöglichte einen angstfreien Dialog untereinander, mit den getrennten Christen, mit Andersgläubigen und mit allen Menschen guten Willens auf der Welt. Und aufs Ganze gesehen, ist diese gegenseitig wertschätzende Begegnung die Voraussetzung für ein friedliches Miteinander, ein Anbrechen des Reiches Gottes und damit für die Erfüllung des christlichen Auftrags.“

Dynamik des Anfangs

Eingangs bot ein Film einen Überblick über die Dynamik des Anfangs, über den gesamten Konzilsverlauf und seine Ergebnisse. „Die Bischöfe aus der ganzen Welt wollten damals die Nöte, Anliegen, Anfragen und Sorgen der Menschen in ihren Diözesen einbringen und forderten eine grundlegende Reform der Kirche“, stellte Eichinger fest. Dafür war es nötig, zuallererst einen neuen Umgangsstil untereinander zu etablieren und vielfältige Meinungen zuzulassen. Dass dies gelang, war nach Meinung von Eichinger ein erster großer Erfolg des Konzils unter den Päpsten Johannes XXIII. und Paul VI..

Wie die Referentin weiter ausführte, beschäftigten sich die Bischöfe und Theologen in den vier Konzilsherbsten von 1962 bis 1965 also in Offenheit mit den verschiedenen Bereichen kirchlichen Lebens und stimmten schließlich in 16 Einzeltexten ab über ein zukunftsorientiertes Vorgehen der Kirche, zum Beispiel im ökumenischen Dialog, in der wertschätzenden Begegnung mit anderen Religionen, im Selbstverständnis als Kirche im Dienst am Menschen, ganz im biblischen Sinne. „Nicht nur in der gemeinschaftsorientierten Liturgie und Bibellektüre sowie im ökumenisch geweiteten Kirchenbild setzt sich seither das neue Verständnis von der ‚Kirche in der Welt’ heilsam und segenbringend um“, führte Eichinger weiter aus. Gerade auch die Anerkennung von „Wahrem“ und „Heiligem“ in anderen Religionen und die Offenheit für die Begegnung mit ihnen bilden Meilensteine der katholischen Theologie.

Soziale Verantwortung

Die soziale Verantwortung der Kirche für die Armen und Benachteiligten in aller Welt wurde neu buchstabiert. All diese Ansätze bergen vielfältige Anknüpfungspunkte für Suchende und Gläubige, sich mit der Kirche zu identifizieren und sich in ihr zu engagieren. Und nicht zuletzt trägt das dahinter stehende positive Menschenbild zur Glaubwürdigkeit der Kirche in der Gesellschaft bei.

Bevölkerung ist eingeladen

„Die Bevölkerung ist eingeladen, sich mit dem Konzil zu beschäftigen und sich vom Reformgeist des Konzils anstecken zu lassen. Vielleicht gelingt es mit diesem Schwung – wie beim Zweiten Vatikanischen Konzil auch –, verkrustete Strukturen in der katholischen Kirche für notwendige Erneuerungen aufzubrechen“, sagte dazu Pfarrgemeinderatssprecher Josef Forster.

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Diplom-Theologin Beate Eichinger hielt das Referat zur Eröffnung der Ausstellung „Zweites Vatikanisches Konzil“ im Pfarrheim in Wörth. – Die Bevölkerung soll sich „vom Reformgeist des Konzils anstecken lassen“, ist der Wunsch von Pfarrgemeinderatssprecher Josef Forster. (Fotos: Christl)
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Bericht aus der Donau-Post vom 16. Februar 2013

Ausstellung im Pfarrheim geöffnet

Film „Schleifung der Bastionen“ wird heute und morgen gezeigt

Wörth. (kris) Nach der gelungenen Eröffnungsveranstaltung der Wanderausstellung „Zweites Vatikanisches Konzil – Hoffnung für Kirche und Welt heute“ (Bericht folgt in der Montag-Ausgabe) ist diese jetzt am Wochenende im Pfarrheim in Wörth zu besichtigen: Heute, Samstag, von 18.30 bis 20 Uhr und morgen, Sonntag, von 14 bis 17 Uhr.

Dabei können Interessierte auch den Film „Schleifung der Bastionen“ ansehen. In drei voneinander unabhängigen Teilen werden die Aufbruchstimmung in der Kirche, das Ringen der Konzilsväter um Bewegung und Erneuerung, aber auch die schwierige Situation für die Umsetzung mit originellen Fernsehberichten des bekannten Konzilskommentators Mario von Galli SJ und anderen renommierten Stellungnahmen dokumentiert: Heute, Samstag, ab 19 Uhr, wird der erste Teil – Kirche im Aufbruch – gezeigt. Morgen, Sonntag, folgen dann um 14.30 Uhr Teil zwei – Kirche im Umbruch – und um 15.30 Uhr Teil drei – Kirche im Gegenwind. In der „Bar Jona“ stehen wieder beliebte Drinks der 60er Jahre und am Sonntag auch Kaffee und Kuchen bereit.

Der Vortragsreigen in der kommenden Woche beginnt am Montag, 20 Uhr, im Pfarrheim. Der Wiesenter Pfarrer Franz Matok spricht dabei zu dem Thema „Sakramente im Wandel der Zeit“. Der Dienstagabend steht unter dem Motto „Ökumenische Öffnung – Beziehung zu anderen christlichen Konfessionen“. Der Film- und Gesprächsabend mit den Pfarrern Johann Baier aus Wörth und Tobias Müller aus Donaustauf beginnt um 19 Uhr im Pfarrheim.

Das „Gespräch mit Zeitzeugen“ mit Ernst Baier aus Tegernheim und Pfarrer i. R. Lorenz Schmitt wird am kommenden Donnerstag ab 19 Uhr im Pfarrheim geführt.

Der Abschlussvortrag „Neue Kirchenbilder“ mit Diplom-Theologin Beate Eichinger von der Katholischen Erwachsenenbildung findet am Dienstag, 26. Februar, ab 19 Uhr, im Pfarrheim statt.

Bericht aus der Donau-Post vom 26. Januar 2013

Ausstellung würdigt den Brückenbau der Kirche

Informationen zum Zweiten Vatikanischen Konzil vom 14. bis 26. Februar im Pfarrheim

(jr) Vergleichbare Reformen in dieser Dimension hat es vorher nicht gegeben. Das Zweite Vatikanische Konzil, von Papst Johannes XXIII. am 11. Oktober 1962 eingeleitet und von Nachfolger Paul VI. am 8. Dezember 1965 vollendet, war ein Wendepunkt mit enormer Signalwirkung. Die Katholische Kirche schlug mit der endgültigen Aufgabe überholter Positionen eine Brücke zu den Völkern der Welt. „Diese Veränderungen waren der Aufbruch in eine neue Zeit“, ordnete PGR-Sprecher Josef Forster die Tragweite dieser Neuorientierung vor 50 Jahren ein, an die vom 14. bis 16. Februar eine Ausstellung im Pfarrheim erinnern wird.

„Aggiornamento“ war Auftrag, Anspruch und Programm dieses zukunftsweisenden Konzils in Rom: Vergegenwärtigung, Annäherung, Anpassung, Öffnung. Der Umfang der Ansatzpunkte war beträchtlich. Ein Ergebnis der vier Sitzungsperioden, die sich über drei Jahre erstreckten, war die zeitgemäße Liturgie. Messen wurden nicht mehr lateinisch gelesen, sondern in der Landessprache des Volkes. Zudem entstanden neue Berufsbilder wie der Gemeindereferent und der Pastoralassistent. Die Korrekturen, die nicht zuletzt die Erkenntnisse der Geschichtsforschung stärker berücksichtigten, regelten im Wesentlichen das Verhältnis der Katholischen Kirche zum Staat und zu anderen Glaubensgemeinschaften. Ein Dekret räumte das Recht auf Religionsfreiheit ein und bekräftigte die Abkehr vom Absolutheits- und Heilsanspruch der allein wahren Kirche, wonach alle staatlichen und gesellschaftlichen Instanzen nach den Grundsätzen dieser Institution handeln mussten.

„Treibende Kräfte“

In diesem Werk des Normenwandels und der erkennbaren Bemühungen um Integration wurde überhaupt erst die Anerkennung der Menschenrechte aufgenommen, wie Josef Forster bekräftigte, für den die deutschen Kardinäle Frings und Döpfner sowie der Jesuit Augustin Bea damals „treibende Kräfte“ bei dieser Bewegung zur umfassenden geistigen und programmatischen Erneuerung waren, die vor allem das Tor zur Ökumene öffnete. „Es war schon erstaunlich, dass die 2 500 Konzilsväter bei ihren Beratungen und Abstimmungen immer einen breiten Konsens gefunden haben“, bemerkte Josef Forster mit dem Hinweis, dass diese substanziellen Wegweiser gleichwohl nicht unumstritten waren. Bedenken bestanden sowohl unter den Geistlichen, die sich den traditionellen Ideologien und Einstellungen verbunden und verpflichtet wussten, als auch in Teilen der Bevölkerung. Kritiker beanstandeten in erster Linie, dass sich die Kirche mit diesem vermeintlichen Fortschritt nur dem Zeitgeist unterworfen habe.

Zuversicht stärken

15 Schautafeln und zahlreiche Informationsdokumente bilden den Rahmen dieser Wanderausstellung mit dem Titel „50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil – Hoffnung für Kirche und Welt heute“, die in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg, der Landjugendbewegung Bayern und des Diözesanrates München-Freising ein herausragendes Kapitel in der Kirchengeschichte darstellt und erläutert.

Am Donnerstag, 14. Februar, wird diese informative Dokumentation mit Filmecke, Quiz und der „Bar Jona“, die im östlichen Landkreis nur in Wörth zu sehen ist, um 19 Uhr von der Regensburger DiplomTheologin Beate Eichinger eröffnet. Die „Intensivwoche Konzil“ mit Beginn der Fastenzeit bereichert die Pfarrei außerdem mit begleitenden Veranstaltungen (siehe Kasten), an denen alle Interessenten teilnehmen können. Das Ziel, so stellt der Pfarrgemeinderat fest, sei vor allem auch die Vermittlung der Glaubenszuversicht, die von diesem Ereignis ausgegangen ist.

Schwere Zeiten...

Die Stärkung dieser Glaubenszuversicht erscheint ihm in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen geboten. Viel zu viele Menschen kehren der Kirche den Rücken und wenden sich ab von den Glaubenslehren, von den theologischen Werten und Prinzipien einer Institution, die vor allem die Jugendlichen nicht mehr erreichen und deren Ansehen die Missbrauchsfälle oder zuletzt die Abweisung der vergewaltigten Frau in Katholischen Kliniken schweren Schaden genommen hat. „Es sind schwere Zeiten für die Kirche“, so der PGR-Sprecher, „ein Drittes Vatikanisches Konzil mit der Belebung der Ideen und Ideale der Kirche würde vielleicht Sinn machen.“

Werbung für die Wanderausstellung, die am 14. Februar in Wörth eröffnet wird: PGR-Sprecher Josef Forster bereitet mit den kirchlichen Verbänden und der KEB Regensburg eine Dokumentation vor, die sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil vor 50 Jahren beschäftigt. Foto: Raith

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