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Keine öffentlichen Gottesdienste

Argumentationsgrundlage zu meiner Entscheidung, in der gegenwärtigen Pandemie-Krise die Kirchen der Pfarrgemeinde Wörth/Donau für gemeinsame liturgischen Feiern nicht zu öffnen:

In Verantwortung vor Gott und den Menschen, im Vertrauen auf Gottes Beistand, nach langem Ringen und nach reiflicher Überlegung habe ich mich als Pfarrer der Pfarrgemeinde Wörth/Donau entschlossen, in der gegenwärtigen Pandemie-Krise die Kirchen der Pfarrgemeinde Wörth/Donau für gemeinsame liturgische Feiern nicht zu öffnen.

Folgende Gründe haben mich dazu bewogen:

  1. Covid-19, das „Corona-Virus“ ist ein höchst gefährliches und hoch ansteckendes Virus. Wenn es ausbricht, kann das im schlimmsten Falle zum Tod führen.
  2. Gegen dieses Virus gibt es derzeit noch kein Medikament und keinen Impfstoff.
  3. Mittlerweile sind zwei Covid-19-Virustypen wissenschaftlich nachgewiesen. Das eine verursacht Husten,   Fieber, Verlust des Geschmackssinns, im schlimmsten Fall eine „Lungenerkrankung“ (keine Lungenentzündung), möglicherweise mit Todesfolge. Das andere befällt das Gehirn, breitet sich über den „neuralen“ Infektionsweg aus, verursacht multiples Organversagen und am Ende einen Herzstillstand.
  4. Prozentual können sich alle Altersgruppen gleich anstecken, auch Kinder!
  5. Jeder kann das Virus schon in sich tragen. Es kann im Körper schlummern und irgendwann zum Ausbruch kommen. Getestet werden nur Patienten mit Symptomen
  6. Wer eine Covid-19-Erkrankung einmal überstanden hat, hat trotzdem keine oder keine ausreichende Immunabwehr auf Dauer entwickelt. Er kann sich möglicherweise wieder anstecken.
  7. Die Wissenschaft geht davon aus, dass wir erst am Anfang der Pandemie stehen, eine zweite Pandemie-Welle wird erwartet, wenn sie nicht schon da ist.
  8. Ich sehe mich außer Stande, die strengen und umfangreichen Auflagen bezüglich der Infektionsschutzmaßnahmen für die Öffnung der Kirchen für liturgische Feiern umzusetzen. (Diözesane Anweisungen von 29.04.2020 - Nähere Informationen dazu siehe Tagespresse vom 01./02.05 2020 bzw. vom 03.05.2020).
  9. Als „rector ecclesiae“, also als Pfarrer von Wörth/Donau trage ich in höchstem Maße Verantwortung für alle Gottesdienstbesucher. Sollte sich - was Gott verhüten möge, - trotz aller Vorsichtsmaßnamen - ein Kirchgänger anstecken, gar erkranken oder im schlimmsten Fall sterben, müsste ich mir, Zeit meines Lebens, größte Schuld-Vorwürfe machen.
  10. Die Beschränkung der Teilnehmerzahl an der Eucharistiefeier (vier Quadratmeter pro Kirchgänger umgerechnet auf die Grundfläche der Kirche) widerspricht meinem Verständnis vom Communio- (Gemeinschafts-) Gedanken des Zweiten Vatikanischen Konzils.
  11. Jemanden von der Feier der Eucharistie ausschließen zu müssen, weil - aufgrund der zahlreichen Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes - in unseren Kirchen nicht genügend Plätze für alle Gottesdienstteilnehmer vorgehalten werden können (vier Quadratmeter pro Gottesdienstteilnehmer!), kann ich nicht akzeptieren. Entweder ist es möglich, dass alle die Heilige Messe mitfeiern können oder keiner!
  12. Ich wüsste nicht, welche Auswahlkriterien ich für die Teilnahme an den Gottesdiensten anlegen sollte. Ich will nicht, dass der Eindruck einer Bevorzugung entsteht.
  13. Die Liturgie ist „Höhepunkt, der das Tun der Kirche zuströmt, und zugleich Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“. Die Feier der Heiligen Messe ist „Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens.“ Sie hat „in jedem Fall öffentlichen und sozialen Charakter“ (Vaticanum II). Die Feier der heiligen Messe schätze ich über alle Maßen. In ihr vollzieht sich das Werk unserer Erlösung.
  14. Die Feier der Eucharistie ist der Grund, die Mitte und der Höhepunkt allen Christseins. Aus ihr fließt uns „wie aus einer Quelle die Gnade zu; in höchstem Maß werden in Christus die Heiligung der Menschen und die Verherrlichung Gottes verwirklicht, auf die alles Tun der Kirche hinstrebt“ (Vaticanum II). Viele aus unserer Pfarrgemeinde und ich persönlich vermissen die gemeinsame Feier der Heiligen Messe und anderer Gottesdienste sehr. Zudem leide ich unter dem Fehlen der versammelten Gemeinde bei den Gottesdiensten.
  15. Die oben genannten Gründe aber veranlassen mich dennoch, so leidvoll das für uns alle sein mag, aufgrund der gegenwärtigen Pandemie-Krise, unsere Kirchen für liturgische Feiern nicht zu öffnen.
  16. Der Verzicht auf die gemeinsamen liturgischen Feiern in den Kirchen der Pfarrgemeinde Wörth/Donau ist für alle schmerzlich, die Sehnsucht danach umso größer. Erst, wenn es ein Medikament oder einen Impfstoff gegen Covid-19 gibt, werden Gottesdienste für alle wieder möglich sein.
  17. Es ist eine trügerische Sicherheit, in der sich viele wiegen und eine mir Angst machende Arg- und Sorglosigkeit gegenüber dieser weltweiten (!) Corona-Pandemie. Noch gibt es keine Medikamente und schon gar keinen Impfstoff. Wer sich mit dem Virus infiziert hat, für den kann das, im schlimmsten Fall, sein Todesurteil bedeuten.

Gebe Gott, dass wir alle davon verschont bleiben!

 

Wörth, 02.05.2020

 

Johann Baier, Pfarrer

 


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Hilferuf von Pater Jerome

Corona-Pandemie in Indien – Aktuelle und bestürzende Nachrichten von Pater Jerome

Dringender Hilferuf!

Während die Medien pausenlos aus aller Welt über die neuesten Entwicklungen und Statistiken über die „Corona-Pandemie“ berichten, erfährt man aus Indien nur wenig, von diesem an Armen so reichem Land, das irgendwo zwischen Feudalherrschaft und religiösem Fundamentalismus, Kastensystem und Kapitalismus einzuordnen ist und zurzeit von rechten Hindu-Nationalisten regiert wird.

Doch die Pfarrei Wörth, die seit Jahren das von Dr. Jerome Mariadhasan ins Leben gerufene „Soziale Wohlfahrtszentrum“ in Salem, im Bundesstaat Tamil Nadu, mit Spenden unterstützt, hat erschütternde Nachrichten aus erster Hand. Pfarrer Johann Baier steht telefonisch und per Mail in ständigem Kontakt mit dem mehr als engagierten Pallottinerpater, der ihn seit Jahren während seines Urlaubs vertritt.

Obwohl bereits am 11. März 2020 die Weltgesundheitsorganisation Covid-19 zur Pandemie erklärt hat, ließ das indische Gesundheitsministerium noch am 13. März verlauten, es handele sich nicht um einen gesundheitlichen Notstand. Noch am 22. März exportierte Indien Schutzbekleidung und Beatmungsgeräte, statt sie für das medizinische Personal und die Krankenhäuser des eigenen Landes zurückzuhalten. Am 24. März wandte sich Indiens Premierminister Narendra Modi an die Nation und gab bekannt, dass ab Mitternacht für ganz Indien eine „Ausgangssperre“ verhängt sei. Die wurde über die ganze Nation mit 1,38 Milliarden Menschen ohne jegliche Vorbereitung und innerhalb von nur vier Stunden erlassen. Öffentlicher und Individualverkehr wurden untersagt. Geschäfte, Lokale, Fabriken und der Bausektor wurden geschlossen, und während sich die Wohlhabenden und die Mittelschichten in ihre abgeschotteten Wohnanlagen zurückziehen konnten, fingen die Städte und die Megastädte an, ihre Bewohner aus der unteren Arbeiterschicht wie unerwünschte Kreaturen hinauszustoßen. Viele andere wurden von Arbeitgebern und Vermietern aus Angst vor Ansteckung einfach vertrieben.

Millionen verarmter, hungriger und durstiger Menschen, Junge und Alte, Frauen und Männer, Kinder, Kranke, Blinde und Menschen mit anderer Behinderung, die sonst nirgendwo hinkonnten und keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung hatten, machten sich von einer Stunde auf die andere auf den langen Fußmarsch heim in ihre Dörfer. Tagelang waren sie unterwegs, zum Beispiel von Delhi aus in Richtung Badaun, Agra, Azamgarh, Aligarh, Lucknow, Gorakhpur – hunderte Kilometer weit. Einige von ihnen starben vor Anstrengung.

Nicht wenigen von ihnen war klar, dass sie zu Hause womöglich langsam verhungern müssten, möglicherweise das Virus in ihre Familien mitbringen und ihre Eltern und Großeltern in der Heimat anstecken würden. Doch sie brauchten so dringend ein kleines bisschen Vertrautheit, Unterschlupf und Würde, außerdem Essen und vor allem Zuneigung und Liebe. Einige wurden unterwegs von Polizeikräften brutal zusammengeschlagen und gedemütigt. Die Polizei hat den Befehl, die Ausgangssperre rigoros durchzusetzen. So kam es auch zu Schikanen durch die Polizei. Junge Männer etwa wurden gezwungen, sich hinzusetzen und wie Frösche auf der Autobahn zu hüpfen. Vor der Stadt Bareilly wurde eine Gruppe von Wanderarbeitern zusammengetrieben und mit einem Desinfektionsmittel besprüht. „Die Zentralregierung befürchtete, die flüchtenden Menschen würden das Virus in die Dörfer tragen. Und so machte sie ein paar Tage später die Grenzen zwischen den Bundesstaaten dicht, sogar für die Menschen, die schon lange zu Fuß auf ihrem beschwerlichen Weg unterwegs waren“, berichtet Arundhati Roys, die profilierteste Autorin des Landes. Menschen, die schon einen oft tagelangen Fußmarsch hinter sich hatten, wurden aufgehalten und mussten in Lager zurückkehren, in die Städte, die sie gerade zwangsweise verlassen hatten.

Die Ausgangssperre aber, mit der das Einhalten von Abstandsregeln durchgesetzt werden sollte, hat so das genaue Gegenteil bewirkt: Eine Verdichtung der ärmsten Bevölkerungsschichten in einem, für uns unvorstellbarem Ausmaß. Das gilt auch innerhalb der indischen Städte. Die Straßen sind zwar menschenleer, doch die Armen sind in den Slums auf engstem Raum, in beengten Unterkünften oder in Baracken eingesperrt und wagen sich nicht nach draußen. Wenn sie sich auch wegen des Corona-Virus berechtigte Sorgen machen, stehen für sie doch die drohende Arbeitslosigkeit mit dem Verlust ihrer Einkommen als Tagelöhner, der Hunger und die Angst vor der Polizeigewalt wesentlich mehr im Vordergrund.

Die indischen Bundesstaaten zeigen, wie in den USA auch, in der Krise mehr Herz und Verstand als die indische Zentralregierung. Gewerkschaften, Privatleute und hilfs-bereite Gruppen verteilen Nahrungsmittel und Notverpflegung. Zu ihnen gehört auch Pater Jerome Mariadhasan. Er hat zunächst 100 Reispakete kostenlos an die Ärmsten der Armen verteilt, gleich welcher Religionsgemeinschaft sie angehören. „Doch was ist das für so viele?“, möchte man da am liebsten den Satz aus der biblischen Erzählung von der Brotvermehrung zitieren. Das ihm für den Einkauf von Reis zur Verfügung stehende Geld ist mittlerweile aufgebraucht.

Die Zentralegierung in Delhi reagiert nur langsam auf die verzweifelten Bitten der vielen ehrenamtlichen Helfer um finanzielle Unterstützung. Unterdessen sind wegen der Ausgangssperren die Versorgungsketten unterbrochen, Medikamente und lebensnotwendige Güter werden knapp. Tausende Lkw-Fahrer sind auf den Fernstraßen gestrandet, haben kaum Wasser zum Trinken und so gut wie nichts zu essen. Die Ernte müsste eingebracht werden, aber sie verfault langsam auf den Feldern, weil sich keiner der Erntehelfer, die sich als Tagelöhner verdingen müssen, wegen der jetzt schon mehr als 40 Tage andauernden Ausgangssperre nach draußen traut.

Natürlich ist auch in Indien die Wirtschaftskrise da und auch die politische Krise geht weiter. Die tonangebenden Medien missbrauchen Covid-19 für ihre, schon jahrelang unaufhörlich geführte, bösartige Kampagne gegen die Muslime. Die islamische Organisation „Tablighi Jamaat“, die vor Verhängung der Ausgangssperre in Delhi ein Treffen abgehalten hatte, wurde als „superspreader“, also als „Superverbreiter“ des Virus ausgemacht, weil sich bei dieser Veranstaltung eine ungewöhnlich hohe Zahl anderer Menschen infiziert haben soll. Das dient jetzt als Vorwand, die Muslime im Land weiter zu drangsalieren, zu stigmatisieren und zu dämonisieren. Es wird suggeriert, Muslime hätten das Virus erfunden und es vorsätzlich in einer Art „Dschihad“ – einem heiligen Krieg verbreitet.

Die staatlichen Krankenhäuser Indiens jedenfalls sind schon in Normalzeiten mit einer Million Kindern überfordert, die jedes Jahr an Durchfall und Mangelernährung sterben, mit den Hunderttausenden Tuberkulose-Patienten (ein Viertel aller Fälle weltweit), mit einer riesigen Bevölkerungsgruppe, die aufgrund von Anämie und Mangelernährung gefährdet ist, weil zahlreiche leichte Erkrankungen bei ihr tödlich verlaufen können. Wenn die Krise auch nur annähernd das Ausmaß wie derzeit in Europa oder den USA erreicht, dann können Indiens Kliniken das unmöglich bewältigen. Die gesamte normale Gesundheitsversorgung ist mehr oder weniger stillgelegt, denn die Krankenhäuser werden für Corona-Patienten reserviert. Das Traumazentrum des renommierten „All Indie Institute of Medical Sciences“ in Delhi ist geschlossen, mehrere hundert Krebspatienten, die sogenannten „Krebsflüchtlinge“, die rund um das riesige Krankenhaus auf den Straßen leben, wurden wie Vieh vertrieben.

Die Menschen erkranken zu Hause. Viele sterben. Pater Jerome schildert die verzweifelte Lage: „Die Zentralregierung sagt zwar beschönigend, sie hätte alles im Griff. Doch dem ist nicht so! Selbst an Wasser fehlt es, damit sich die Leute wenigstens ihre Hände waschen könnten. Desinfektionsmittel sind sowieso nirgends zu haben. Bei 1,4 Milliarden Menschen schert sich die Zentralregierung nicht darum, wenn Hunderttausende elendiglich zugrunde gehen. Jeder dieser Toten ist ein Esser weniger!“ Die Leidens-Geschichten dieser Menschen werden wohl nie bekannt werden. Wahrscheinlich schaffen sie es nicht einmal in die amtlichen Statistiken.

Was vollzieht sich da in Indien? Es geht um ein Virus, das alle befallen und unzählige Todesopfer fordert und noch fordern wird. Aber es geht definitiv mehr als nur um dieses heimtückische Virus. Einige in Indien glauben, dass Gott die Menschen auf diese Weise zur Vernunft bringen will. Andere, dass es eine Verschwörung Chinas sei, das die Weltherrschaft übernehmen wolle. Sicher ist, das Coronavirus hat die Mächtigen in die Knie gezwungen und die Welt zum Stillstand gebracht, wie es sonst noch nichts und noch niemand vermocht hat.

Wenn das Corona-Virus hoffentlich irgendwann besiegt sein wird, dann wäre für die indische Bevölkerung, vor allem für die untersten Bevölkerungsschichten, nichts schlimmer, als dann wieder einfach zur Normalität von vorher zurückzukehren. In der Geschichte haben Seuchen Menschen immer gezwungen, mit der Vergangenheit zu brechen und sich ihre Welt neu zu entwerfen. Das ist bei dieser weltweiten Corona-Pandemie nicht anders. Sie ist, bildlich gesprochen, wie ein Tor zwischen der vergangenen Zeit vor der Pandemie und der kommenden Zeit nach der Pandemie. Das indische Volk, und nicht nur das, wird sich dann zu entscheiden haben, ob es durch dieses Tor gehen will und dabei die Kadaver seiner menschlichen Vorurteile, seines Hasses, seiner Habgier, seiner toten Flüsse und verqualmten Himmel hinter sich herschleppen oder lieber leichten Schrittes, mit wenig Gepäck hindurch-schreiten will, bereit dazu, eine andere - für alle bessere Welt - anzustreben und dafür zu kämpfen.

Pater Jerome Mariadhasan jedenfalls hat , aus tiefster christlicher Überzeugung und mit seinem unermüdlichen und selbstlosen Einsatz für die Ärmsten der Armen, schon seit Jahren mit dem „Sozialen Wohlfahrtszentrum“ in Salem, vorbehaltlos und vorbildhaft letzteren Weg gewählt.

Aufgrund seines verzweifelten Hilferufes hat die Pfarrei Wörth als Soforthilfe 6000,00 € an Spendengeldern an ihn freigegeben. Das wird längst nicht reichen. Mit der finanziellen Hilfe mit der die Pfarrei Wörth das Sozialprojekt von Pater Jerome unterstützt, kann er wenigstens eine Zeit lang eine gewisse Anzahl der Ärmsten der Armen mit Reis versorgen. Die müssten sonst buchstäblich verhungern!

Wer das Sozialprojekt von Pater Jerome Mariadhasan finanziell unterstützen will, kann das unter folgender Kontonummer tun:

Spendenkonto Sozialprojekt Pater Dr. Jerome:

IBAN DE46 7505 0000 0026 7728 22  bei der Sparkasse Regensburg.

Spendenquittungen werden über das Pfarrbüro zugesandt.

Johann Baier, Pfarrer


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In Zeiten der Corona-Krise - Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

Das Pfarrbüro ist bis auf weiteres geschlossen. Für das Pfarrbüro gilt ein Zutrittsverbot. Wir bitten um Verständnis.
Wir sind jedoch jederzeit für Sie da:

  • Pfarrbüro, Tel.: 09482-1707
  • Pfarrer Baier, Tel.: 0151-40 53 74 34, E-Mail: johann-baier@gmx.de
  • Pastoralreferentin Marion Dauerer, Tel.: 09482-90 91 320 oder 0151-62 60 95 05

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Ökumenisches Glockengeläut jeden Abend um 19.30 Uhr

In den Corona-Zeiten ist alles von heute auf morgen anders geworden. Ungewissheit und Angst nisten sich ein. Menschen fürchten plötzlich um ihr Leben und ihre Existenz. Und keiner weiß, wie Corona unsere Wirtschaft und die politische Weltlage verändern wird - und vielleicht uns selbst. Wir können nicht mehr funktionieren wie noch bis vor kurzem. Wir können nicht mehr mit Produzieren und Arbeiten unsere Tage füllen. Deshalb brauchen wir eine Quelle des Trostes und der Zuversicht! Wo Stillstand verordnet ist, kann auch Stille einkehren. Zeit zum Nachdenken, Zeit für Andacht und Gebet, wo die Seele aufatmen und aufleben kann. Ein ganz kostbares Gut in diesen Tagen.

Viele sind froh, wenn jetzt jemand da ist, der einem wenigstens in Gedanken nahe ist. Es tut gut, sich in Zeiten der Not getragen zu wissen. Vielleicht ist es für manchen Trost und Hilfe, wenn er weiß: „Jetzt betet wer für mich“. Vielleicht nimmt es etwas weg von der inneren Unruhe oder der Angst, die viele zurzeit umtreibt.

Deswegen werden, auf Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche, im gesamten Bistum Regensburg an jedem Abend um 19.30 Uhr die Glocken von den Kirchtürmen zu hören sein. Das tägliche Glockengeläut ist eine Einladung zum Gebet oder zu einem Moment der Stille, um an die Menschen zu denken, die einem lieb sind, die krank sind oder die in dieser schwierigen Zeit in Krankenhäusern, Altenheimen oder Arztpraxen arbeiten.

Dieses diözesanweite, zeitgleiche Glockenläuten und das gemeinsame Gebet soll ein deutliches Zeichen der Solidarität in der Corona-Krise sein und so etwas wie Trost, nicht nur für Erwachsene. Vielleicht nimmt es etwas weg von der inneren Unruhe, der Verunsicherung oder der Angst, vielleicht schenkt es Hilfe von „oben“ - wer weiß. Jedenfalls wird das schwere Glockengeläut, das mit den zwei größten Glocken im Kirchturm erfolgt, jeden Abend die guten Segenswünsche über unsere Stadt und weit hinaustragen, zu Land und Leuten.


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Das Pfarrbüro ist bis auf weiteres geschlossen.

 

Für das Pfarrbüro gilt bis auf weiteres ein Zutrittsverbot! Wir bitten um Verständnis.
Wir sind jedoch jederzeit für Sie da:

Telefon Pfarrbüro: 09482-1707
Telefon Pfarrer Johann Baier: 0151-40 53 74 34
E-Mail: johann-baier@gmx.de
Telefon Pastoralreferentin Marion Dauerer: 09482-90 91 320 oder 0151-62 60 95 05

Für die kommende Zeit Gottes Segen, der die Angst vertreibt, Zuversicht schenkt und unsere Herzen bereit macht, offen und aufmerksam füreinander!
Geben Sie aufeinander Acht und passen Sie gut auf Sich auf!
Ihr
Johann Baier, Pfarrer


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Corona-Virus: Auf ein Wort - Klartext und Ermutigung

Ein kleines Virus mit Namen „Corona“ verändert die Welt. Wer hätte sich das noch vor kurzem vorstellen können! Kindertagesstätten, Schulen, Universitäten geschlossen. Veranstaltungen und öffentliche Gottesdienste abgesagt, Hochzeiten, Erstkommunionfeiern, Firmungen verschoben, fast alle Flüge gestrichen, Grenzen dicht gemacht, Hotels ohne Gäste und Gaststätten nicht mehr geöffnet, Kinos und Geschäfte zu, die Produktion in Betrieben heruntergefahren, Beschäftigte in Zwangspause geschickt.

Unser Wohlstand ist zerbrechlich. Wir müssen unser gesamtes Leben für einige Zeit völlig umstellen. Alle diese Maßnahmen, die nun unser Leben so stark verändern wie vielleicht sonst nur ein Krieg, fordern in einer noch nie da gewesenen Eindringlichkeit dazu auf, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch die anderen zu schützen, vor allem die Schwachen, unter ihnen mittlerweile auch Kinder, die Alten, die Vorerkrankten. Die gesundheitlich besonders Gefährdeten also werden eben nicht stigmatisiert und vom Rest der Bevölkerung getrennt. Stattdessen legen sich ganze Gesellschaften Fesseln an und zeigen so tätige Solidarität – eine nie da gewesene Demonstration der Mitmenschlichkeit. Die Belege sind im Kleinen wie im Großen sichtbar: Es sind beispielsweise Zettel, die in den Hausfluren hängen: „Lieber Nachbar, liebe Nachbarin, hoffentlich seid ihr alle wohlauf! Wenn ihr Unterstützung mit/bei etwas braucht, meldet euch!“ Es sind die Menschen, die in Krankenhäusern und Pflegeheimen ihr Äußerstes geben. Es ist die Kassiererin im Supermarkt und es sind die, die bis zur Erschöpfung von ganz früh bis spät abends die Regale nachfüllen und sich von entrüsteten Wutkunden, die das Hamstern für ein Menschenrecht halten, dann womöglich noch dumm anreden lassen müssen. Nachbarschaftshilfen bieten an, für jemanden, der sich in dieser Situation nicht mehr nach draußen traut, einkaufen zu gehen oder den Hund auszuführen. Wir sollten all den vielen Frauen und Männern danken, die gewissenhaft die Versorgung und Infrastruktur unseres Landes aufrechterhalten.

Doch es gibt auch eine andere, eine beängstigende Seite. „In der Not kehren die Menschen das Beste und das Schlechteste hervor“. Der Satz von Giovanni di Lorenzo stimmt. Menschen horten wie verrückt Klopapier, schieben überfüllte Einkaufswägen aus den Supermärkten, als ob es morgen nichts mehr zu kaufen gäbe. Ich verstehe das nicht. Ist es die rücksichtslose Gier von lauter Ichlingen, deren purer Egoismus, das sie zu einem solch absurden Verhalten veranlasst? In leichtsinniger Ignoranz und offen gelebter Angst- und Sorglosigkeit glauben nicht nur junge Leute: „Uns erwischt das Virus ja eh nicht.“ Obwohl es höchstamtliche Warnungen gibt, führen sich manche auf, als sei das eine Aufforderung zur großen Party. Uneinsichtig und offensichtlich unbelehrbar und unbekümmert sitzen sie in Straßencafés kuschelig zusammen oder drängeln sich auf den Stufen zur Walhalla in der Frühlingssonne. Sie feiern Corona-Partys und scheren sich nicht um die dringenden Appelle, dochwegen der drohenden Ansteckungsgefahr Abstand zu halten. Sie haben den Ernst der Lage nicht erkannt, unter dem Motto: Mich trifft es nicht, was kümmern mich meine Mitmenschen. Ihr durchgeknalltes Verhalten erscheint mir wie der sprichwörtliche Tanz auf dem Vulkan. Denn das Virus kann jeden treffen! Es ist so unvernünftig, dass jetzt sogar Ausgangssperren drohen. Und im Netz kursieren abstruseste Verschwörungstheorien. Sie lassen bei mir Zweifel aufkommen, ob sich am Aberglauben der Menschen seit dem Mittelalter Nennenswertes verändert hat. Andere behaupten, das Korona-Virus sei eine Strafe Gottes. Was für ein Unsinn!
Es ist wohl wahr. In der Not kehren die Menschen das Beste und das Schlechteste hervor!

Deutschland im Ausnahmezustand. Niemand kann genau sagen, wie die Krankheit sich weiter ausbreitet, wie lange sie dauert und was die Folgen sein werden. Das Virus kann man halt weder sehen noch riechen. Aber durch unser besonnenes Verhalten können wir dazu beitragen, die Infektionen einzudämmen, damit die Ärzte gar nicht erst in die Lage kommen, auswählen zu müssen, wem sie helfen und wem nicht – wer leben darf oder sterben muss. Die Corona-Krise ist auch ein „Charaktertest für unsere Gesellschaft“, hat Ministerpräsident Söder gesagt. Ich gebe ihm recht. Nicht nur wir in der Kirche, alle werden gebraucht, vorzumachen, wie Nächstenliebe trotz Sicherheitsabstand geht. Es wollen ja Alte und Sterbenskranke weiterhin besucht werden. WIR müssen Corona durchstehen, nicht ICH. In der Pfarrei Wörth, und das tun bestimmt auch andere Pfarrgemeinden, bieten wir Seelsorge an, aber auch Unterstützung in alltäglichen Dingen. Wer Hilfe und Begleitung sucht, wird sie bekommen. Freiwillige Helfer stehen für die Schwachen bereit. Wir werden auch mit Alten und Kranken telefonisch Kontakt halten und nicht darauf warten, dass sie sich melden. Die Pastoralreferentin und ich sind jederzeit telefonisch oder per Email erreichbar. Und die Kirchen als Orte des Trostes bleiben offen. Wir lassen niemand allein!

Hilft nun nur noch beten? Nein. Aber vielen hilft es eben auch. Es ist gut, wenn man in Zeiten der Not auch von Gebeten anderer mitgetragen wird. Papst Franziskus ist am Montag durch das menschenleere Rom gepilgert, um vor dem Pestkreuz der Kirche San Marcello al Corso den Beistand Gottes zu erflehen. Weil wir an menschliche Grenzen stoßen, ist die Verbindung zu Gott so wichtig, der uns seinen Beistand und Segen verspricht, die Angst vertreibt, Zuversicht schenkt und unsere Herzen bereit macht, offen und aufmerksam füreinander.

Geben Sie aufeinander Acht und passen Sie gut auf sich auf!

Ihr
Johann Baier, Pfarrer